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Comer See





Vom Comer See stammen die Magistri Comacini, jene Baumeister, die im Laufe des 11. und 12. Jahrhunderts zur Ausbreitung der romanischen Kunst beigetragen und in ganz Europa am Bau zahlreicher Kirchen mitgewirkt haben. Auf beiden Seiten des Sees entstanden damals einerseits kleine ländliche Kirchen, mit einfachem Grundriss, aber zumeist ausgefeilter Apsis. Für diese Bauten wurde hauptsächlich schlichtes Material verwendet, wie es der heimische Stein und Kiesel sind.

Unter den großen Stadtkirchen, die zugleich entstanden, sind die Basiliken von Como, Sant’ Abbondio und San Fedele, hervorzuheben, wobei sich bei letzterer der Einfluß von San Vitale in Ravenna und der Aachener Pfalzkapelle nachweisen läßt. Auf der Insel im See, der Isola Comacina, haben Ausgrabungsarbeiten die Kirche der heiligen Euphemia mit Mosaiken aus dem 5. und dem 9. Jahrhundert und Fresken aus karolingischer Zeit ans Licht gebracht.

Auch die Tradition des kultivierten Lebens in Villen und Landsitzen am Comer See ist alt. Sie reicht zurück in die römische Zeit, als Plinius d.J. den Aufenthalt in einem am See gelegenen Landhaus pries und damit das antike Modell der Villegiatura auf den Alpensee übertrug. Zwar wurden im Mittelalter die Villen der späten Kaiserzeit meist durch einfachere Gebäude ersetzt, aber schon im 16. Jahrhundert lassen sich wieder aufwendige Bauten nachweisen, so der ursprüngliche Kern der späteren Villa d’Este und die museale Villa des Historikers Paolo Giovio, die für ihre Kunstsammlung berühmt war, allerdings leider zu Beginn des 17. Jahrhunderts zerstört wurde. Aus dem 17. Jahrhundert stammen auch die Villa Gallia und Balbianello.

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts etabliert sich dann der Comer See als Pflichtetappe des Grand Tour. Es ist die Zeit, in der hier die bekanntesten historischen Villen entstehen oder in ihrem heutigen Erscheinungsbild vollendet werden: Villa Melzi d’Eril in Bellagio, Villa Sommariva aus dem 17. Jahrhundert, die unter ihrem späteren Namen Villa Carlotta hochberühmt wurde, Villa Balbianello und auch die Villa Mylius Vigoni.

Die Architektur des frühen 20. Jahrhunderts ist am See ebenfalls mit außerordentlichen Bauwerken vertreten, sowohl im Jugendstil, als auch im Stil des italienischen Rationalismus nach Entwürfen von Giuseppe Terragni und Pietro Lingeri.

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